HR 10U

Unsere modular aufgebaute Schaltanlage HR 10U basiert auf einem Grundkorpus, der universell angereiht und erweitert werden kann. So eignet sich die Anlage schon als Grundkorpus hervorragend für den Einsatz in Kompaktstationen. Durch den Anbau von Sockel- und Druckentlastungskanalsystemen ist die Schaltanlage auch universell in jedem Schaltanlagenraum und Gebäude einsetzbar. Für Schutz- und Steuerungstechnik können zudem diverse Nischenvarianten angebaut werden.

Das Gehäuse und die Seitenwände der Schaltanlage HR 10U bestehen aus verzinktem Stahlblech, die Türen sind pulverbeschichtet in RAL 7035, mit 180°-Scharnieren ausgerüstet und in die Schaltanlagenfront integriert. So wird eine flexible Aufstellung ermöglicht. Während der Kabelmontagearbeiten können die Türen und die unteren Blenden zudem herausgenommen werden. Die Schaltanlage kann ebenerdig aufgestellt werden, da eine seitliche Kabeleinführung möglich ist. Individuell auf ihre Anforderungen abgestimmt kann die Anlage mit Lasttrenn- und Leistungsschaltern verschiedener Hersteller bestückt werden. Zur Druckentlastung werden an den Schaltfeldtypen HR 10U-S und HR 10U-N ein Rückwandabsorber oder ein Druckableitungskanal angebaut.

Sicherheit

Die Schaltanlage HR 10U ist typgeprüft nach IEC 62271 - 200 mit Klassifikation IAC-AFL 25 kA (1s). Die Druckentlastung der Schaltanlage erfolgt über einen Druckentlastungsraum im unteren Bereich des Schaltfeldes. Von dort aus können Druck und Gase über einen Rückwandabsorber aus dem Schaltraum
oder über einen Ableitkanal in die Atmosphäre geleitet werden. Dies bietet einen größtmöglichen Schutz des Bedieners vor heißen Gasen und schädlichen Emissionen. Pro Anlage ist nur ein Absorber oder Ableitkanal erforderlich.

Montage

Unsere Schaltanlagen werden fabrikfertig ausgeliefert und die einzelnen Schaltfelder von unserem qualifizierten Fachpersonal vor Ort zusammengebaut. Zusätzlich liefern wir Ihnen nach Bedarf umfangreiches Bedienungs- und Zubehörmaterial. Die Mittelspannungs-Schaltanlage ist als metallgekapselte, metallgeschottete, luftisolierte, fabrikfertige und typgeprüfte Schaltanlage für
Innenraumaufstellung vorzusehen. Lasttrenn-, Sicherungslasttrenn-, Leistungs- und Erdungsschalter sind als Festeinbaugeräte einzuplanen.

Die Montage erfolgt auf dem zu erstellenden Grundrahmen im Stationsgebäude. Die Anlage wird auf dem Grundrahmen verschraubt.

Aufbau

Die Schaltfelder sind aus abgekanteten und verzinkten Stahlblechen (2 mm) zusammenzusetzen, die zu einer verwindungssteifen Konstruktion miteinander verbunden werden. Als Schottung von Feld zu Feld ist eine doppelwandige Stahlblechtrennung erforderlich, die einen hohen Lichtbogenschutz
bietet. Die Schaltfelder sind zum erhöhten Personenschutz mit einem Stahlblech-Druckentlastungskanal auszurüsten. Die Schaltfelder müssen mit einer Stahlblech-Innenschottung zum Kabelanschluss- und
Niederspannungsraum ausgestattet werden. Im oberen Frontbereich ist pro Feld eine metallisch geschottete Niederspannungsnische anzuordnen, die die Steuer- und Schutzgeräte aufnimmt. Den frontseitigen Schaltfeldabschluss sollen die Schaltfeldtüren zum Kabelanschluss-, Leistungs-,
Lasttrennschalter- und dem Niederspannungsraum bilden. Hierdurch ist ein Zugang zu den Steuerkomponenten während des Betriebs gefahrlos möglich. Die Lasttrenn-, Sicherungslasttrenn- sowie Erdungsschalter sind gegeneinander zu verriegeln. Bei geöffnetem Lasttrennschalter muss sich
ohne das Öffnen der Fronttür eine Einschubplatte einlegen lassen. Die Türverschlüsse sind zentral anzuordnen und zur Aufnahme von Profilzylindern vorzubereiten. Die Felder erhalten Bodenplatten, so dass die Felder zum Kabelkeller hin verschlossen sind. Die Trafoschalter auf der 10-kV-Ebene sind so mit den Einspeiseschaltern auf der 0,4-kV-Ebene zu verbinden, dass bei Abschaltung des 10-kV-Schalters der 0,4-kVEinspeiseschalter automatisch mit abgeschaltet wird. Auf den Türen der Niederspannungsnischen sind aktive Blindschaltbilder, Feldbezeichnungen sowie die Schaltstellungsanzeigen der Schaltgeräte anzubringen. Die Steuernischen müssen jeweils mit einer Feldbeleuchtung und einer Steckdose ausgerüstet sein. Jedes Schaltfeld ist mit einem kapazitiven
Spannungsabgriff pro Phase und mit Buchsen in den Schaltfeldtüren der Niederspannungsnische auszustatten.

Vorschriften

Die Schaltanlage ist nach den letztgültigen Unfallverhütungsvorschriften sowie den technischen Anschlussbedingungen des Energieversorgers zu installieren. Die Schaltanlage ist störlichtbogengeprüft nach VDE 0671-200 / 2003-11 Abschnitt 6.5 und 6.108, Anhang AA, und der PEHLA-Richtlinie
Nr. 4, Kriterium 1-6. Die Anlage ist eine typgeprüfte Schaltanlage gemäß IEC 62271-200 / VDE 0671 Teil 200. Das Prüfzertifikat der bestandenen Prüfungen ist einzureichen.

Personenschutz

  • Zum Einblick in die Schaltfelder sind druckfeste Sichtscheiben vorzusehen. Die Abführung der im Störlichtbogenfall entstehenden Gase und des Überdrucks erfolgt über einen Druckentlastungskanal nach außen. Die Druckbelastung innerhalb des Schaltraumes darf nicht über 15 mbar betragen.

Betriebssicherheit

Die Schaltanlage muss sich durch eine einfache Bedienung, durch robuste und kraftlose Verriegelungen sowie durch eine hohe Verfügbarkeit auszeichnen. Zur Durchführung von Revisionsarbeiten dürfen keine Sonderwerkzeuge erforderlich sein.

Sammelschienen

  • Die Sammelschienen sind aus Alu-Rechteckprofilen herzustellen und feldweise geteilt. Sie sind über Gießharzdurchführungen von Feld zu Feld zu führen. Eine durchlaufende Erdungsschiene ist in die Felder einzubringen. Eine spätere Erweiterung der Schaltanlage muss grundsätzlich nach beiden Seiten möglich sein.

Schaltgeräte

  • Die Lasttrenn-, Sicherungslasttrenn- sowie Erdungsschalter werden fest eingebaut. Die Lasttrenn- und Sicherungslasttrennschalter sind mit Sprungantrieben für „Ein“ und „Aus“ sowie einem einschaltfesten Erdungsschalter mit Sprungantrieb „Ein“ vorzusehen. Die Schalter sind mechanisch gegeneinander zu verriegeln. Unterhalb der Leistungsschalter sind jeweils einschaltfeste Erdungsschalter mit Sprungantrieb „Ein“ vorzusehen. Die Schalter sind mechanisch gegeneinander zu verriegeln. Alle Schaltgeräte sind mit potentialfreien Hilfskontakten auszurüsten, die auf Klemmen geführt werden, um die Schalterstellungen sowie die Meldung „Ausgelöst“ der Leistungs- und Sicherungslasttrennschalter auf ein Gebäudeleitsystem aufschalten zu können. Sämtliche Hilfsschaltgeräte, wie Schütze, Sicherungsautomaten und Sicherungsunterteile inklusive Sicherungen sind in den Einheitspreis der jeweiligen Position einzukalkulieren. Alle Schaltgeräte sind inklusive Klein-, Befestigungs- und Verdrahtungsmaterial sowie dem systembedingten Zubehör zu liefern und zu montieren.

Aufstellung

  • Die Schaltanlage muss für die Wandaufstellung oder die Aufstellung frei im Raum einsetzbar sein.